Im Udelfanger Flutlicht: der SV Sirzenich jubelt nach dem Pokalsieg über Andernach. [Foto: SV Sirzenich/Simon Diedrich]

Das war der vierte Streich: Mit 3:2 hat der SV Sirzenich aus der Kreisliga A Trier-Saarburg im Achtelfinale um den Bitburger-Rheinlandpokal  den zwei Klassen höher spielenden Rheinlandligisten SG 99 Andernach aus dem Rennen geworfen – und fiebert nun mit großer Spannung der Auslosung der weiteren Runde am Montag, ab 19 Uhr, in Bitburg entgegen.

„Was gerade gegen Andernach abgegangen ist, war einfach riesig. Die Jungs haben mit Begeisterung und Leidenschaft gespielt und so ein verloren geglaubtes Match noch gedreht“, jubelte Sirzenichs Trainer Helmut Gorholt nach dem Coup gegen eine SG 99 Andernach, die am Mittwoch nach Treffern von Maximilian Hilt (19.) und Daniel Kossmann (55.) bereits scheinbar sicher mit 2:0 führte. „Dann haben sie aber den Fehler gemacht, in den Verwaltungsmodus zu schalten“, berichtet Gorholt.

Nach dem Anschlusstreffer von Aleks Klodt (76.) witterten die erst im Sommer aus der Kreisliga B Trier/Saar aufgestiegenen Gastgeber Morgenluft – und der Rheinlandligist kam aus seiner Lethargie nicht mehr heraus. Maximilian Burg glich aus (82.). Dann war es Goalgetter Joshua Bierbrauer vorbehalten, das 3:2 zu markieren (88.). „Flanke von halbrechts aus dem Mittelfeld, ich nehme den Ball im Strafraum an und haue ihn dann in die lange Ecke“, schildert der Angreifer das stürmisch gefeierte Siegtor. Nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Manuel Biesemann brachen alle Dämme: Viele der 300 Zuschauer trommelten gegen die Werbebanden und sorgten so für eine ohrenbetäubende Geräuschkulisse. Auf dem Platz bildete sich eine riesige Menschentraube, sogar die (vielen) verletzten Akteure der Sirzenicher humpelten auf den Platz – und anschließend wurde im Gasthaus Schmitz in Trierweiler weiter gefeiert; Wirt Schorsch verlängerte sogar eigens die Öffnungszeit.

ZU HAUSE FEHLT DAS FLUTLICHT

"Was wir bis jetzt erreicht haben, ist für den SV Sirzenich schon einmalig und zählt für uns soviel, wie für andere der Pokalsieg selbst"

Zuvor hatte der SVS bereits die klassenhöheren Bezirksligisten SG Ruwertal (6:4), SG Lüxem und SV Leiwen-Köwerich (je mit 3:2) bezwungen. Zwei dieser drei Partien trug das Team von Coach Gorholt genauso wie das Duell mit Andernach gar nicht einmal auf dem heimischen Rasenplatz aus, sondern in einem anderen Ortsteil der nur wenige Kilometer von Trier entfernten Gemeinde Trierweiler. „Der Kunstrasen in Udelfangen ist aber für uns überhaupt kein Problem. Schließlich trainieren wir ja auch in der dunkleren Jahreszeit hier auch immer, weil unsere Anlage kein Flutlicht hat“, berichtet Joshua Bierbrauer.

Neben dem gegen Andernach verletzten Tim Brandscheid (13 Treffer in zehn Ligaspielen) ist der 23-Jährige der Sirzenicher Torschütze vom Dienst. Aktuell stehen bei ihm elf Tore in der A-Klasse zu Buche. In den vergangenen beiden B-Liga-Spielzeiten brachte es der wendige, technisch sehr versierte Offensivmann insgesamt gar auf 86 Treffer. Hinzu kommen noch etliche Pokaltore.

Bierbrauer stammt aus den Reihen des SV Sirzenich, wurde dann bei Eintracht Trier und dem FSV Salmrohr fußballerisch weiter ausgebildet. Wegen der (inzwischen abgeschlossenen) Ausbildung bei der Polizei trat er dann aber kürzer und schloss sich vor knapp drei Jahren wieder seinem Stammverein an.

WUNSCHLOS EINTRACHT TRIER

Mit Spannung blicken sie in Sirzenich nun der Auslosung der weiteren Runde des Bitburger-Rheinlandpokals am Montagabend entgegen. „Die Trierer Eintracht hat sich jetzt lange genug vor uns gedrückt. Jetzt wird es Zeit, dass sie zu uns kommt“, lacht Trainerfuchs Gorholt. Die „große“ Eintracht würde sicher für eine stolze Kulisse in Udelfangen sorgen.  Der 68-jährige Gorholt ist einer der renommiertesten Übungsleiter in der Eifel-Mosel-Hunsrück-Region, coachte er doch einst den SV Leiwen (damals noch ohne den späteren Fusionspartner Köwerich) und den SV Wittlich in der seinerzeit noch drittklassigen Oberliga Südwest. Gorholt, wie auch sein Stürmer Bierbrauer wissen, dass die Luft in der Runde der letzten Acht jetzt immer dünner wird – zumal die Verletztenliste lang ist und man von einer Englischen Woche zur nächsten eilt; schließlich ist der SVS auch noch im Bitburger-Kreispokal vertreten.

In der Whatsapp-Gruppe des Pokalschrecks blüht derweil der Flachs, wie Bierbrauer mit einem breiten Grinsen berichtet: „Sogar die möglichen Termine für die erste Runde im DFB-Pokal kommenden Jahres machen schon die Runde.“ Realistisch betrachtet, fügt der Torschütze vom Dienst an: „Was wir bis jetzt erreicht haben, ist für den SV Sirzenich schon einmalig und zählt für uns soviel, wie für andere der Pokalsieg selbst.“
Autor/-in: Andreas Arens

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