Der Kreispokal geht an den SV Sirzenich

Der klassenhöhere SV Sirzenich hat im Finale von Temmels gegen den SV Tawern mit 3:1 die Oberhand behalten. In doppelter Überzahl gab es aber ein paar Wackler.

VON ANDREAS ARENS


TEMMELS „Europapokal, Europapokal!“ Im Überschwang der Gefühle hegten die überglücklichen Akteure des SV Sirzenich kurz nach dem Abpfiff des mit 3:1 gegen den klassentieferen SV Tawern gewonnenen Kreispokalendspiels sogar internationale Ambitionen. Mit einem Augenzwinkern nahm es Trainerfuchs Helmut Gorholt zur Kenntnis – und analysierte auch in der Stunde des Erfolgs sachlich: „Wir haben über 90 Minuten gut gespielt und wenig zugelassen. Der Zusammenhalt hat uns auch diesmal genauso wie in der abgelaufenen Saison ausgezeichnet.“

Als Aufsteiger ging der SVS als Tabellenneunter in der Kreisliga A über die Ziellinie, hatte zu keiner Zeit etwas mit dem Abstieg zu tun. Vor allem machte Gorholts Elf aber im Rheinlandpokal auf sich aufmerksam, wo erst im Viertelfinale Schluss war.

Großzügig sah der Sirzenicher Trainer in seiner Endspiel-Bilanz freilich über einige wacklige Momente seiner Schützlinge in der Schlussphase hinweg: Nach dem Traumtor von Luca Bierbrauer – er traf in der 15. Minute aus 22 Metern fast genau in den Torwinkel – und dem 2:0 durch Tim Brandscheid (53., vorausgegangen war ein kapitaler Ballverlust von Tawerns Kapitän Tobias Weber) – waren die Karten eigentlich klar verteilt. Zudem hatte Tawern, das trotz des anstehenden Entscheidungsspiels um den Aufstieg in die A-Liga am morgigen Mittwoch in Ayl gegen die SG Serrig/Saarburg (siehe Extra) mit der bestmöglichen Formation antrat und somit kein Akteur geschont wurde, ab der 79. Minute nach zwei Gelb-Roten Karten nur noch neun Mann auf dem Platz: Schon vor der Pause war Benni Strupp nach wiederholtem Foulspiel von Schiedsrichterin Naemi Breier des Feldes verwiesen worden (40.) – eine sehr harte Entscheidung. Der erst zur Pause eingewechselte Benjamin Klein flog dann gut zehn Minuten vor Schluss letztlich wegen Meckerns runter.

„Der relativ frühe 0:1-Rückstand hat uns zugesetzt. Danach sind wir oft in Schönheit gestorben“, monierte SVT-Präsident Sebastian Junk. Coach Gales lehnte einen Kommentar ab, will sich stattdessen „voll auf die Arbeit mit der Mannschaft konzentrieren“.

Sein Team an die engagierte Schlussphase im Pokalfinale zu erinnern, dürfte ihm dabei helfen, die mentale Seite vor dem Entscheidungsspiel gegen die SG Serrig wieder zu stärken.

SV Tawern – SV Sirzenich⇥1:3

SV Tawern: Patrick Pütz -  Benni Strupp, Fabian Weber, Tobias Weber, Nils Noner, Pascal Kirch (57. Carsten Vogel), Sebastian Lang (69. Achim Mees), Philipp Rehle, Sebastian Wolf (46. Benjamin Klein), Nico Kirch, Johannes Weber

SV Sirzenich: Markus Borne - Julio Ngangu, Felix Opitz, Tillmann Schweitzer, Jens Kreber, Maximilian Burg, Philipp Geißler, Joshua Bierbrauer (82. Julian Weber), Luca Bierbrauer, Tim Brandscheid, Pascal Lieser

Schiedsrichterin: Naemi Breier (Konz)

 Zuschauer: 600 in Temmels

Tore: 0:1 Luca Bierbrauer (15.), 0:2 Tim Brandscheid (53.), 1:2 Carsten Vogel (85.), 1:3 Maximilian Burg (90.+2)

Gelb-Rot: Benni Strupp (40.) und  Benjamin Klein (80./ beide SV Tawern wegen wiederholten Foulspiels bzw. Meckerns)


TV Foto: Andreas Arens